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Essen für das Herz

Schutz vor Koronarer Herzkrankheit (KHK):

vegetarisch, vegan, flexitarisch oder doch Fisch auf den Teller?

Die Meinungen darüber, welche Kostform fürs Herz gut ist, gehen weit auseinander. Welches Essen wirklich förderlich ist, ist für ernährungsmedizinische Laien oft schwer zu beurteilen, denn die besten Quellen für Fakten sind nicht Apotheken Umschau & Co, sondern Studien und Metaanalysen. Die meisten Experten vertreten die These, dass

es besonders vegetarische Ernährung ist, die Herzkranzgefäße vor Verengung schützt. Tatsächlich hält vegetarische Kost aufgrund der darin enthaltenen sekundären Pflanzeninhaltsstoffe und antioxidativen Vitamine die Koronar-Arterien weitgehend elastisch. Mit steigendem Anteil pflanzlicher Lebensmittel sinkt außerdem der Anteil an tierischer Kost in der Nahrung, weshalb sich auch die an tierische Fette gebundene Menge an Cholesterin verringert – auch das ist gut fürs Herz. Es gibt aber noch andere Faktoren, die über die Gefäßgesundheit entscheiden – jenseits von Stress und Nikotin.

So zeigen Untersuchungen, dass ausgerechnet Veganer, die „Kompromisslosen“ unter den Vegetariern, ein um knapp 40 Prozent höheres Herzinfarkt-Risiko im Vergleich zu Fleischessern haben. Das liegt daran, dass sie häufig einen erhöhten Homocysteinspiegel aufweisen. Das kann passieren, wenn dem Stoffwechsel wenig Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 zur Verfügung stehen, was bei Veganern oft der Fall ist.

 

Ist Fleisch also etwa doch gut fürs Herz?

Nein, denn die Wissenschaft zeigt: Die Sterblichkeit durch koronare Herzkrankheiten liegt bei Fleischessern um 12 Prozent höher als bei Vegetariern. Gut schneiden Menschen ab, die sich mit leichter mediterraner Mischkost ernähren: viel frisches und gegartes Gemüse, Olivenöl, wenig Gesamtfett, kaum Fleisch. Am besten dran sind aber die „Pesco-Vegetarier“, also die, die gern Frischkost und gedünstetes Gemüse essen, verfeinert mit einem sehr guten Öl, dazu reichlich Fisch und gar kein Fleisch. Ab und zu ein „Flexitarier-Tag“, an dem z. B. Fisch durch Fleisch- oder Milchprodukte ersetzt wird, das darf sein. Jedenfalls zur Vorbeugung einer koronaren Herzkrankheit. Wer allerdings bereits ein diesbezügliches Krankheitsereignis hatte oder zur Hochrisikogruppe gehört, sollte bei der vegetarisch-marinen Kostform bleiben.

 

Übrigens sind bei Obst, Salat, Kräutern und Gemüse die Anbaubedingungen nicht unerheblich. Öl ist auch nicht gleich Öl, und Fisch ist nicht gleich Fisch. Wie Pesco-Vegetarismus auch für Menschen, die keinen Fisch mögen, gelingt, und welche ergänzenden Wege die Naturheilkunde kennt, das erkläre ich Ihnen gerne.

Herzlichst, Alexandra Renkawitz